Vorbemerkungen zum § 1 der Wissenschaftslehre von 1794
Den ersten Grundsatz der Wissenschaftslehre drückt Fichte durch die Formel Ich = Ich aus.
So einfach diese Formel ist, so schwer ist zu verstehen, was Fichte damit wirklich meint. So ist auch der § 1 in der Grundlage der gesammten Wissenschaftslehre von 1794 (GWL) alles andere als klar und verständlich. Er beginnt wie folgt[1]:
„Wir haben den absolut-ersten, schlechthin unbedingten Grundsatz alles menschlichen Wissens aufzusuchen [1]. Beweisen oder bestimmen lässt er sich nicht, wenn er absolut-erster Grundsatz seyn soll. Er soll diejenige Thathandlung [2] ausdrücken, welche unter den empirischen Bestimmungen unseres Bewusstseyns nicht vorkommt [3], noch vorkommen kann, sondern vielmehr allem Bewusstseyn zum Grunde liegt, und es möglich macht [4].“ [Die Nummern sind von mir eingefügt]
Zu den durch Nummern gekennzeichneten Textstellen möchte ich folgendes anmerken.
[1] Der § 1 ist eine Heuristik, keine Herleitung.
Den ersten Grundsatz der Wissenschaftslehre kann man nicht beweisen, sondern muss ihn „aufsuchen“. Das bedeutet, dass die Ausführungen des § 1 keine Beweise oder Herleitungen sein können, sondern den Charakter einer Heuristik haben müssen. Etwas später wird Fichte deutlicher, wie er sich die Heuristik vorstellt, sie müsse ihren Ausgang nämlich von einer „Thatsache des empirischen Bewusstseyns“ nehmen und dann alles Empirische nach und nach abstreifen, wie die Schale einer Zwiebel, um schlussendlich den gesuchten Kern freizulegen:
„Irgend eine Thatsache des empirischen Bewusstseyns wird aufgestellt; und es wird eine empirische Bestimmung nach der anderen von ihr abgesondert, so lange bis dasjenige, was sich schlechthin selbst nicht wegdenken und wovon sich weiter nichts absondern lässt, rein zurückbleibt.“[2]
Von welcher Tatsache des empirischen Bewusstseins er ausgehen will, sagt er kurz danach, nämlich das Denken des Satzes „A ist A“, den er auch formuliert als „Wenn A, dann A“. Jeder hält diesen Satz für eine selbstverständlich gültige logische Wahrheit. Fichte meint, dass man das herkömmliche Für-Wahr-Halten dieses Satzes gewissermaßen als Leiter benutzen kann, um zum ersten Grundsatz der Wissenschaftslehre zu aufzusteigen. Dazu müsse man nur, wie gesagt, nach und nach alles Empirische an diesem Für-Wahr-Halten abstreifen.
[2] Fichtes „Thathandlung“
Der erste Grundsatz soll eine „Thathandlung“ ausdrücken, wobei zunächst nicht klar ist, was Fichte darunter versteht. Erst am Ende des Paragraphen schreibt er, was er damit meint, nämlich die „reine Thätigkeit des Setzens des Ich durch sich selbst“[3] und er fährt fort:
„Das Ich setzt sich selbst, und es ist, vermöge dieses blossen Setzens durch sich selbst; und umgekehrt: Das Ich ist, und es setzt sein Seyn, vermöge seines blossen Seyns. – Es ist zugleich das Handelnde, und das Product der Handlung; das Thätige, und das, was durch die Thätigkeit hervorgebracht wird; Handlung und That sind Eins und ebendasselbe; und daher ist das Ich bin, Ausdruck der Thathandlung.“
Was will Fichte damit sagen? Zunächst ist nur eines klar: dass nämlich das, was immer die „Thathandlung“ sein soll, wesentlich selbstbezüglich ist. Davon abgesehen hängt das Verständnis dieser Textstelle vor allem davon ab, wie man hier das Verb „setzen“ interpretiert. Meiner Meinung nach hat es, zwar vielleicht nicht überall bei Fichte, aber zumindest an dieser Stelle eine Doppelbedeutung: einmal im Sinne von „sich einer Sache bewusst sein“, andermal im Sinne von „etwas wissenschaftlich konstruieren“, so wie man es z.B. in der Geometrie tut.
Gemäß der ersten Bedeutung von „setzen“, sind die Sätze
- „das Ich setzt X“,
- „X ist im Ich gesetzt“, oder
- „X ist durch das Ich gesetzt“
äquivalent zu
- „ich bin mir des X bewusst“, oder
- „ich denke X“, oder
- „X ist für das Ich“, oder
- „das Ich ist das erkennende Subjekt und X das erkannte Objekt“.
Dem gemäß würde „das Ich setzt sich selbst“ nichts anderes bedeuten wie: „das Ich ist sich seiner selbst bewusst“ oder „das Ich denkt sich selbst“.
Wenn Fichte in diesem Sinne das Verb „setzen“ verwendet, dann will er damit zugleich zum Ausdruck bringen, dass das Sich-einer-Sache-bewusst-Sein kein passives Aufnehmen von Daten ist, so wie z.B. Locke die Wahrnehmung verstand, sondern seiner Meinung nach ein aktives Tun ist.
Gleichzeitig schwingt, gerade wenn Fichte über den ersten Grundsatz oder das reine Ich schreibt, immer auch die Bedeutung des wissenschaftlichen Konstruierens mit. Beispielsweise fordert Fichte in der Zweiten Einleitung ausdrücklich dazu auf, das reine Ich zu konstruieren:
„Die erste Frage [der Wissenschaftslehre] sonach wäre die: wie ist das Ich für sich selbst? Das erste Postulat: denke dich, construire den Begriff deiner selbst, und bemerke, wie du dies machst.“[4]
Im Sonnenklaren Bericht vergleicht Fichte über weite Strecken das Verfahren der Wissenschaftslehre mit dem der Geometrie[5]. Ähnlich wie der Mathematiker Linien, Kreise etc. mit Zirkel und Lineal konstruiert, würde der Philosoph das reine Ich auf wissenschaftliche Weise konstruieren. Fichte spricht hier auch von einem Erschaffen. Also indem ich einen Kreis mit einem Zirkel zeichne, erschaffe ich ihn überhaupt erst. Und indem ich das reine Ich konstruiere, würde ich es damit überhaupt erst erschaffen. Jedenfalls existieren weder der Kreis der Geometrie, noch das reine Ich der Wissenschaftslehre vor ihrer jeweiligen wissenschaftlichen Konstruktion.
So weit, so gut. Aber rätselhaft erscheint immer noch Fichtes Behauptung, dass das Ich nur ist, weil es sich selbst denkt. Würde nicht jeder normale Mensch meinen, dass das Ich vor allem deswegen existiert, weil wir ein Gehirn haben? Oder dass wir zunächst ein fühlendes, lebendes Wesen sind, bevor wir zu einem Selbstbewusstsein kommen? Dass Fichte das nicht so sieht, schreibt er z.B. explizit in der Zweiten Einleitung. Dort stellt er, nachdem er dazu aufgefordert hat, das reine Ich zu konstruieren, die folgende Frage[6]:
„Das Ich geht zurück in sich selbst, – wird behauptet. Ist es denn also nicht schon vor diesem Zurückgehen, und unabhängig von demselben da für sich; muss es nicht für sich schon da seyn, um sich zum Ziele eines Handelns machen zu können; und, wenn es so ist, setzt dann nicht [die Wissenschaftslehre] schon voraus, was sie erklären sollte?“
Und seine Antwort lautet kurz und bündig:
„Ich antworte: keineswegs. Erst durch diesen Act, und lediglich durch ihn, durch ein Handeln auf ein Handeln selbst, welchem bestimmten Handeln kein Handeln überhaupt vorhergeht, wird das Ich ursprünglich für sich selbst. […]“
Fichte behauptet also definitiv, dass das reine Ich genau in dem Moment anfängt zu existieren, da es sich selbst bewusst denkt. Und es ist eine naheliegende Annahme, dass es seiner Meinung auch genau in dem Moment aufhört zu existieren, sobald es sich nicht mehr seiner selbst bewusst ist. Genau so kann man folgende Textstelle in GWL verstehen:
„Zur Erläuterung! Man hört wohl die Frage aufwerfen: was war ich wohl, ehe ich zum Selbstbewusstseyn kam? Die natürliche Antwort darauf ist: ich war gar nicht; denn ich war nicht Ich. Das Ich ist nur insofern, inwiefern es sich seiner bewusst ist.“[7]
Die Tathandlung, die der erste Grundsatz ausdrücken soll, ist somit die Konstruktion des reinen Ich, die dadurch stattfindet, dass das Ich sich selbst denkt. In diesem Akt des Sich-Selbst-Denkens kommt das reine Ich überhaupt zur Existenz. Und es ist nur insofern, als es sich selbst denkt. So ist das reine Ich eine wissenschaftliche Konstruktion, ähnlich der geometrischen Konstruktion eines Kreises durch einen Zirkel: erst die Konstruktion erschafft den Gegenstand der wissenschaftlichen Erkenntnis.
Es gibt aber noch eine Verständnisschwierigkeit, wenn man die Tathandlung als das Konstruieren des Ich als sich selbst bewusstes Denken versteht. Denn Fichte schreibt, dass diese Tathandlung nicht im empirischen Bewusstsein vorkommen kann. Die Frage ist, wie Fichte das meint.
[3] Das reine Ich kommt nicht im empirischen Bewusstsein vor
Nach Fichte soll die „Thathandlung“ nicht im empirischen Bewusstsein vorkommen können. Will Fichte somit sagen, dass das Ich nur existiert wegen seines Selbstbewusstseins, das ein Mensch aber niemals selbst erfahren kann? Auf diese Weise formuliert, denke ich, macht die Aussage nur wenig Sinn, zumal Fichte ja z.B. in der Zweiten Einleitung ausdrücklich schreibt, dass man beim Philosophieren sehr wohl das sich selbst konstruierende Ich innerlich anschauen könne:
„Wie verhält es sich dagegen mit dem Philosophen, als solchem? Jenes sich selbst construirende Ich ist kein anderes, als sein eigenes. Er kann den angegebenen Act des Ich nur in sich selbst anschauen, und um ihn anschauen zu können, muss er ihn vollziehen. Er bringt ihn willkürlich und mit Freiheit in sich hervor.“[8]
Klar wird Fichtes Aussage, dass das reine Ich nicht im empirischen Bewusstsein vorkommen können, wenn man sieht, dass er zwischen dem empirischen Bewusstsein und dem philosophischen Bewusstsein unterscheidet. So lange ich mein normales, herkömmliches, nicht-philosophisches Leben als individuelle Person führe, habe ich das empirische Bewusstsein. Dieses kann ich aber verlassen, indem ich mich durch einen Akt der Freiheit in das philosophische Bewusstsein hineinversetze und dabei von allem Individuellen und Persönlichen meines Daseins abstrahiere. In diesem Sinne heißt es beispielsweise im Sonnenklaren Bericht:
„Der Autor: Jetzt denke dich. Du kannst ohne Zweifel auch hier eines Denkenden und eines Gedachten dir bewusst werden. Fällt nun auch hier das Denkende und das Gedachte dir auseinander, soll auch hier beides zweierlei seyn?
Der Leser: Nein; eben indem ich mich selbst denke, bin ich ja das Denkende […] und zugleich das gedacht Werdende […]
D.A.: Nun hast du wohl freilich zunächst dich, d.i. dieses bestimmte Individuum […] gedacht. Ohne Zweifel aber kannst du von diesen besonderen Bestimmungen deiner Persönlichkeit absehen […]; und lediglich auf das Zusammenfallen des Denkenden und Gedachten reflectiren […]; und du hast es denn auch in diesem Augenblicke, da du mir von dem Dichdenken erklärtest, dass in demselben Denkendes und Gedachtes dir zusammenfalle, wirklich gethan.
Und so findest du denn in diesem Zusammenfallen das Ich […]; sonach den wesentlichen Charakter des Ich; jenes berüchtigte reine Ich, an welchem sich die derzeitigen Philosophen seit Jahren die Köpfe zerbrochen […] haben.“[9]
Ferner schreibt Fichte im Sonnenklaren Bericht etwas weiter hinten:
„Der Autor: Wenn sonach etwa jemand über das […] Ich, von welchem die Wissenschaftslehre ausgeht, sein Urtheil abgeben wollte, und dieses Ich in dem gemeinen Bewusstseyn als ein gegebenes suchte: könnte dessen Rede zur Sache passen?
Der Leser: Offenbar nicht: denn dasjenige, wovon geredet wird, wird gar nicht im gemeinen Bewusstseyn gefunden, sondern es muss erst durch eine freie Abstraction erzeugt werden.“[10]
Nachfolgend noch eine weitere Textstelle im Sonnenklaren Bericht, in der Fichte zwischen „gemeinem Bewusstseyn“ und philosophischen Bewusstsein unterscheidet:
„Das Ich des wirklichen Bewusstseyns ist allerdings auch ein besonderes und abgetrenntes: es ist eine Person unter mehreren Personen, welche insgesamt, jede für sich, sich gleichfalls Ich nennen […]. Ganz etwas anderes ist das Ich, von welchem die Wissenschaftslehre ausgeht: es ist durchaus nichts weiter, als die Identität des Bewusstseyenden und des Bewussten; und zu dieser Absonderung muss man sich erst durch Abstraction, von allem Uebrigen in der Persönlichkeit, erheben.“[11]
Das heißt also: Zunächst lebe ich, wie jeder andere Mensch auch, mein Leben im Modus des empirischen Bewusstseins. Sobald ich aber in einem Akt der Freiheit anfange zu philosophieren und die Position der Wissenschaftslehre einnehme, lasse ich mein empirisches Bewusstsein zurück. Und zwar tue ich das, indem ich mich selbst denke, aber nicht mich selbst als diese spezielle, individuelle Person, sondern als erkennendes Subjekt im Allgemeinen. Ich denke mich selbst in einem Akt der radikalen Abstraktion, bin mir so meines Bewusstseins als bloß erkennendes Subjekt bewusst und konstruiere auf diese Weise das reine Ich.
Diesen Akt der Abstraktion, den der Philosoph vollzieht, um zum reinen Ich zu gelangten, identifiziert Fichte mit einer Freiheitstat. So schreibt er in der Ersten Einleitung[12]:
„Das endliche Vernunftwesen hat nichts ausser der Erfahrung; diese ist es, die den ganzen Stoff seines Denkens enthält. Der Philosoph steht nothwendig unter den gleichen Bedingungen; es scheint sonach unbegreiflich, wie er sich über die Erfahrung erheben könne. Aber er kann abstrahiren, das heisst: das in der Erfahrung verbundene durch Freiheit des Denkens trennen. […] Der Philosoph kann von [Ding und Intelligenz] abstrahiren, und er hat dann von der Erfahrung abstrahirt und über dieselbe sich erhoben […]“
Niemand kann mich dazu zwingen, diese Position der Philosophie einzunehmen, vielmehr muss ich das vollständig aus freien Stücken tun. Der Akt, das reine Ich zu konstruieren, ist ein Akt vollkommener Freiheit. Solange ich noch mein herkömmliches Leben lebe, begreife ich mich selbst nicht als bloß erkennendes Subjekt, somit ist das reine Ich nicht konstruiert und existiert insofern auch nicht. Es beginnt erst exakt in dem Moment an zu existieren, da ich mich bewusst als reines Ich denke. Fasst man Denken als aktive Tätigkeit auf, dann ist das Sich-Selbst-Denken ein aktives Sich-Selbst-Setzen, wodurch das reine Ich erst konstruiert wird.
Zuletzt bleibt die Frage, wie ein solches, auf künstliche Weise konstruiertes reines Ich, das im herkömmlichen Leben nicht vorkommen kann, dennoch alles Bewusstsein begründen soll.
[4] Das reine Ich (verstanden als intellektuelle Anschauung) ermöglicht alles Bewusstsein
Schließlich behauptet Fichte, dass das reine Ich das empirische Bewusstsein erst ermöglicht. Fichte schreibt:
„Es ist […] Erklärungsgrund aller Thatsachen des empirischen Bewusstseyns, dass vor allem Setzen im Ich vorher das Ich selbst gesetzt sey.“[13]
Diese Textstelle klingt so, als würde Fichte sagen wollen, dass das reine Ich vor allem Setzen des Ich gesetzt sei, dass somit das Sich-Selbst-Denken der reinen Ich bereits vorliegt, bevor es zu irgendeinem Bewusstsein kommt. Das stünde aber in einem massiven Widerspruch zu [3]: dass nämlich das reine Ich im empirischen Bewusstsein nicht vorkommt, sondern nur im Rahmen einer wissenschaftlichen Konstruktion. Anders formuliert: In GWL spricht Fichte a) von einem reinen Ich, das bereits mit jedem Bewusstsein verbunden ist, und b) von einem reinen Ich, das erst durch freie philosophische Abstraktion konstruiert werden muss.
Ich denke, dass dieses Paradox innerhalb der GWL nicht zu lösen ist, weil Fichte den Begriff des „reinen Ich“ tatsächlich darin zweideutig verwendet. Wirklich gelöst wird das Paradox erst durch die Einführung der sog. intellektuellen Anschauung, ein Konzept, das man in der GWL nicht findet, wohl aber spätestens ab 1797 in seinen populären Schriften.
Die intellektuelle Anschauung ist die unmittelbar evidente Gewissheit, dass „alles Bewusstseyn auf Selbstbewusstseyn [beruht]“[14]. Mit „allem“ Bewusstsein, meint Fichte hier ganz klar auch das empirische Bewusstsein. Immerhin schreibt er in der Zweiten Einleitung, dass die intellektuelle Anschauung jede alltägliche Handlung begleitet:
„Ich kann keinen Schritt thun, weder Hand noch Fuss bewegen, ohne die intellectuelle Anschauung meines Selbstbewusstseyns in diesen Handlungen; nur durch diese Anschauung weiss ich, dass ich es thue, nur durch diese unterscheide ich mein Handeln und in demselben mich, von dem vorgefundenen Objecte des Handelns.“[15]
Ferner schreibt Fichte im Versuch[16]:
„Jedes Object kommt zum Bewusstseyn lediglich unter der Bedingung, dass ich auch meiner selbst, des bewusstseyenden Subjects, mir bewusst sey.“
Sowie:
„Das Selbstbewusstseyn ist unmittelbar“
Nun ist zunächst nicht leicht zu sehen, worin der Unterschied zwischen der intellektuellen Anschauung und der Konstruktion des reinen Ich bestehen soll. Beide Male geht es darum, dass das Bewusstsein immer auch selbstbezügliches Selbstbewusstsein ist. Aber das eine Mal ist die intellektuelle Anschauung quasi omnipräsent, das andere Mal ist das reine Ich eine künstliche Konstruktion, die alleine im Ich des Philosophen vorkommt.
Der Unterscheid besteht darin, dass die intellektuelle Anschauung eine unbegriffene Anschauung ist, während das konstruierte reine Ich dieselbe Anschauung ist, nur eben begriffen. Das ist derselbe Unterschied wie zwischen räumlicher Anschauung, die auch bei jeder Wahrnehmung eines Dinges präsent ist, aber normalerweise nicht thematisiert wird, und z.B. der geometrischen Konstruktion eines Kreises, die im normalen Alltagsleben nicht vorkommt, sondern nur in der Wissenschaft, und die auf der räumlichen Anschauung beruht.
[1] FW I, S. 91.
[2] FW I, S. 92.
[3] FW I, S. 96.
[4] Zweite Einleitung, FW I, S. 458. Siehe auch Sonnenklarer Bericht, FW II, S. 375 ff.
[5] Sonnenklarer Bericht, FW II, S. 372 ff.
[6] Zweite Einleitung, FW I, S. 458-450.
[7] GWL, FW I, S. 97.
[8] Zweite Einleitung, FW I, S. 459.
[9] Sonnenklarer Bericht, FW II, S. 364 -365.
[10] Sonnenklarer Bericht, FW II, S. 381
[11] Sonnenklarer Bericht, FW II, S. 382.
[12] Erste Einleitung, FW I, S. 425.
[13] FW I, S. 95.
[14] Zweite Einleitung, FW I, S. 462.
[15] Zweite Einleitung, FW I, S. 463.
[16] Versuch, FW I, S. 526.

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