F.H. Jacobi und seine Kritik an Kant
Friedrich Heinrich Jacobi (1743–1819) war ein zu seiner Zeit einflussreicher deutscher Schriftsteller.
Er gilt als eine Art „graue Eminenz“ der klassischen deutschen Philosophie, da er ein paar zentrale philosophische Debatten auslöste und durch seine Schriften zeitgenössischen Philosophen, wie z.B. Fichte, Schelling und Hegel, Denkanstöße gab.
Jacobi entfachte den sog. Pantheismusstreit, indem er seine Gespräche mit Lessing über Spinoza veröffentlichte. Seiner Meinung nach hat Spinoza von allen rationalistischen Philosophien das am konsequentesten zu Ende gedachte System entwickelt, das aber genau deswegen zwangsläufig zu Atheismus und Fatalismus führen würde, was Jacobi strikt ablehnte. Anstelle von rationalen Beweisführungen, wollte er Gefühl und unmittelbare Gewissheit aufwerten. Insbesondere hielt der die Existenz Gottes für nicht beweisbar, vielmehr sei er nur durch eine innere Offenbarung erfahrbar. Gedankensysteme, die alles in abstrakte Begriffe auflösen und dabei die Realität des konkreten, individuellen Menschen außer Acht lassen, bezeichnete Jacobi als „nihilistisch“. Jacobi war kein Systemdenker, sondern ein leidenschaftlicher Kritiker der reinen Vernunftgläubigkeit.
Sechs Jahre nach dem Erscheinen der ersten Auflage der Kritik der reinen Vernunft veröffentlicht Jacobi die Schrift:
- David Hume über den Glauben oder Idealismus und Realismus. Ein Gespräch (1787), kurz DH. Die nachfolgenden Zitate sind aus der Philosophischen Bibliothek Band 719, Meiner, 2019.
Diese Schrift teilt sich inhaltlich in drei Teile auf und schließt mit einer Beilage Ueber den Transzendentalen Idealismus ab.
Die äußere Realität an sich ist bereits durch das erkennende Subjekt gegeben
Der erste Teil (DH 13-39) behandelt die Frage nach der Realität der Außenwelt, indem sich Jacobi kritisch mit David Hume auseinandersetzt. Beide, Jacobi und Hume, meinen, dass es eine Art „Wirklichkeitsgefühl“ gibt, das uns dazu veranlasst zu glauben, dass die Dinge, die wir wahrnehmen, auch tatsächlich unabhängig von uns existieren. Nach Hume beruht dieses Wirklichkeitsgefühl im Wesentlichen auf Gewohnheit. Dass dieser Tisch unabhängig von mir existiert, ist mir deswegen gewiss, weil ich daran gewöhnt bin, dass er immer wieder an derselben Stelle steht, wenn ich zu ihm blicke oder an ihn herantrete. Ich würde sofort an seiner unabhängigen Existenz zweifeln, wenn er manchmal da wäre und manchmal ohne ersichtlichen Grund verschwinden würde. Dann würde ich mich fragen, ob ich ihn mir nicht nur eingebildet habe. Hume hält sich mit seiner Philosophie das skeptische Hintertürchen offen, dass der Tisch, obwohl er zwar immer an derselben Stelle auf dieselbe Weise erscheint, möglicherweise doch nur eingebildet ist. Nach Hume gibt es letztlich kein Entscheidungskriterium, ob das, was mir real erscheint, auch tatsächlich real ist.
Gegen diesen Skeptizismus wendet sich Jacobi, da er ein entschiedener Realist ist. Sein Argument ist, dass wir wohl unterscheiden können, ob wir uns etwas willkürlich bloß einbilden, oder ob wir einen Gegenstand vor uns haben, den wir nicht nach Belieben so oder so wahrnehmen können. Bilden wir uns etwas ein, dann haben wir das Gefühl, aktiv und unabhängig von einem gegebenen Gegenstand Vorstellungen hervorzubringen. Nehmen wir aber einen realen, nicht eingebildeten Gegenstand wahr, dann haben wir das Gefühl, dass sich unsere Vorstellungen passiv nach ihm richten müssen. Jacobi spricht davon, dass es uns damit unmittelbar gewiss ist, dass die äußeren Gegenstände als Dinge an sich wirklich vor uns haben. Indem wir diese Gewissheit haben, so meint Jacobi, würden sich die Dinge „offenbaren“.
Vertritt man nun den idealistischen Standpunkt, dass erstens „unser Bewußtseyn schlechterdings nichts anders als bloße Bestimmungen unseres eigenen Selbstes zum Inhalt haben könne“, und dass wir zweitens keinen rationalen Beweis „für das Daseyn an sich eines solchen Dinges ausser uns“ haben: dann ist eine solche unmittelbar Gewissheit oder Offenbarung „wahrhaft wunderbar“ und „schlechterdings unbegreiflich“[1].
Jacobi argumentiert weiter gegen den Idealismus, indem er behauptet, dass es das denkende Bewusstsein, gewissermaßen die reine res cogitans, für sich alleine genommen nicht gibt. Vielmehr sei mit dem erkennenden Subjekt unmittelbar bereits ein erkanntes Objekt gegeben:
„Ich erfahre, daß ich bin, und daß etwas ausser mir ist, in demselben untheilbaren Augenblick“.[2]
Ferner schreibt er,
„daß auch bey der allerersten und einfachsten Wahrnehmung […] inneres Bewusstseyn und äußerlicher Gegenstand, sogleich in der Seele da sein muss; beydes in demselben Nu, demselben untheilbaren Augenblick, ohne vor und nach, ohne irgendeine Operation des Verstandes […].“[3]
Was hier allerdings kritisch anzumerken ist, ist folgendes. Ja, es ist zunächst eine Selbstverständlichkeit, dass mit einem erkennenden Subjekt unmittelbar zugleich ein erkanntes Objekt gegeben ist. Allerdings geht Jacobi einen Schritt über diese Selbstverständlichkeit hinaus, indem er behauptet, dass mit dem Subjekt auch schon ein im Raum unabhängig existierender Gegenstand gegeben sein muss. Hier kann man kritisieren, dass für diesen Schritt sicherlich keine Notwendigkeit besteht.
Hält man Jacobis Ansicht für zutreffend, dann folgt daraus, dass die Existenz äußerer Dinge unmittelbar klar ist, und nicht noch extra bewiesen werden muss. Somit wäre Kants Beweisversuch dafür obsolet.
Die Wirklichkeit wird wirklich erst für ein handelndes Ich
Der zweite Teil (DH 38-62) dreht sich vordergründig um die objektive Gültigkeit der Kausalität, im übertragenen Sinne aber im Allgemeinen auf Kants Kategorien. Bekanntlich meinte Kant, dass man nicht wissen könne, ob die Dinge an sich der Kausalität unterliegen würden. Vielmehr ist es die Erscheinungswelt, in der nur deswegen das Kausalgesetz gilt, weil ansonsten keine Erfahrung möglich ist. Naturwissenschaft ist nach Kant keine Wissenschaft von den Dingen an sich, sondern eben von der Erscheinungswelt. Jacobi hingegen möchte beweisen, dass die Dinge selbst dem Prinzip von Ursache und Wirkung unterliegen. In jedem Fall hält er ein naturwissenschaftliches Wissen, das sich nur auf Erscheinungen, nicht aber auf die Realität an sich für ein bloßes Scheinwissen. Jacobi nennt Kants Kategorien bloße „Vorurtheile des Verstandes“, die, wenn Kant recht hätte, keine objektive Bedeutung hätten[4]. So schreibt Jacobi auch:
„Ich weiß aber noch immer nicht, warum man eine Erscheinung, die gar nichts objectives enthält, und sich dennoch als etwas objectives darstellt: warum man eine solche leere Erscheinung nicht einen Wahn nennen sollte? Das objective Vorbilden derselben ist ja als objectiv, ein eigentliches Blendwerk, und keine Erscheinung.“[5]
Wie versucht Jabobi seine Auffassung zu begründen? Sein Kerngedanke ist, wie er bereits im ersten Teil ausgeführt hat, dass mit einem erkennenden Subjekt unmittelbar auch ein erkanntes Objekt gegeben ist, und zwar sogar, wie Jacobi meint: ein im Raum unabhängig existierender Gegenstand. Dies ist zwar eine gewagte Behauptung. Um aber Jacobis Gedankengang nachzuvollziehen, nehmen wir einfach einmal an, dass Jacobi recht hat, und mit dem erkennenden Subjekt unmittelbar auch ein unabhängiges Ding an sich gegeben ist.
Als nächstes argumentiert Jacobi, dass für ein bloß anschauendes Subjekt die Kausalität unbegreiflich ist. Begreiflich wird sie vielmehr erst für ein handelndes Subjekt. Nach Jacobi ist es nämlich für ein handelndes Subjekt eine Grunderfahrung, a) mit einem Gefühl von Kraft auf Dinge einzuwirken, die b) gegen dieses Einwirken Widerstand leisten[6]. Erst durch das Handeln wird das Reale im eigentlichen Sinne real. Für das kontemplative Ich hingegen ist die Wirklichkeit nicht vom Traum zu unterscheiden. Und erst durch das Handeln wird der Widerstand eines Dinges im Raume, Wirkung und Gegenwirkung, sowie überhaupt Kausalität verständlich, aber eben nicht bezogen auf bloß eingebildete Dinge, sondern auf die realen Dinge, so wie sie an sich existieren.
Interessanterweise wird Fichte einiges davon später in seiner Wissenschaftslehre von 1794/95 aufgreifen. Auch Fichte wird behaupten, dass die Wirklichkeit erst wirklich ist für das handelnde Ich bzw. für die praktischen Vernunft. Zudem wird Fichte im praktischen Teil seiner Wissenschaftslehre versuchen das Faktum des Gefühls von Kraft herzuleiten, womit er sich sicher unausdrücklich auf Jacobi bezieht.
Wirkliche Dinge setzen sich organisch aus Seele und Leib zusammen
Im dritten Teil (DH 62 ff.) wendet sich Jacobi zunächst gegen Kants Unterscheidung von Sinnlichkeit, Verstand und reiner Vernunft:
„Man hat nie mehr Verstand als man Sinn hat.“[7]
Jacobi lehnt Kants Aufteilung der Seele in mehrere verschiedene Vermögen ab, sowie überhaupt Kants Trennung von Seele und Leib. Mit Berufung auf Leibniz versteht Jacobi die Vernunft als Prinzip des Lebens. Nur ein Wesen, das zugleich wesentlich seelisch und körperlich ist, ist ein reales Individuum[8]:
„Und nichts anderes ist unsere Seele, als eine gewisse Form des Lebens, Ich weiß nichts verkehrteres, als das Leben zu einer Beschaffenheit der Dinge zu machen, da im Gegenteil die Dinge nur Beschaffenheiten des Lebens, nur verschiedene Ausdrücke desselben sind; denn das Mannichfaltige kann im Lebendigen allein sich durchdringen und Eins werden. […]”
Und Jacobi fährt fort,
„daß es keine andre wahrhaft wirkliche Dinge in der Natur giebt noch geben kann, als organische Wesen; und […] daß jede erschaffende oder endliche Substanz nothwendigerweise aus Leib und Seele zusammengesetzt seyn muss, indem Leib und Seele gegenseitig sich dergestalt auf einander beziehen, daß keins ohne das andre natürlicherweise bestehen kann.“
Diese Gedanken werden später Schelling und Hegel aufgreifen.
Schließlich legt Jacobi seine Auffassung dar, welche Möglichkeiten wir haben, Gott zu erkennen. Seiner Meinung nach ist nämlich Gott keine Sache der Vernunft, sondern des unmittelbaren gefühlsmäßigen Glaubens. Insbesondere könne die Existenz Gottes nicht durch theoretische Vernunftbeweise erkannt werden. Gott alleine verstandesmäßig zu begreifen, führe zu einem leeren, nichtigen Begriff von Gott. Stattdessen müsse er lebendig und emotional empfunden werden.
Jacobis Kritik an Kant: Kants Philosophie ist eigentlich ein „speculativer Egoismus“
Die Beilage Ueber den transzendentalen Idealismus könnte man als vierten Teil von Jacobis Schrift DH bezeichnen. Auf wenigen Seiten versucht Jacobi hier Widersprüche innerhalb Kants Philosophie nachzuweisen.
Zunächst stellt Jacobi dar, wie Kant zwischen einer Erscheinungswelt und einer Welt der Dinge an sich unterscheidet. Die Dinge, die wir empirisch erfahren und die Gegenstand naturwissenschaftlicher Forschung sind, gehören allesamt der Erscheinungswelt an. Diese Welt hat Charakter objektiver Gültigkeit, weil sie sich der subjektiven Beliebigkeit entzieht. Den gesehenen Tisch kann ich mir nicht, je nachdem wie ich es mir wünsche, einmal eckig, andermal rund wahrnehmen. Andererseits muss jedes empirische Objekt den notwendigen und allgemeinen Beschaffenheiten der menschlichen Subjektivität entsprechen. Und nach Kant heißt das, dass es sowohl räumlich und zeitlich sein muss, als auch den reinen Verstandesbegriffen (den Kategorien) unterliegt. Unabhängig von diesen subjektiven Voraussetzungen, der Räumlichkeit, der Zeitlichkeit und den Kategorien, kann es nach Kant keine Gegenstände der Erfahrung geben.
Wie die Dinge an sich, unabhängig von der menschlichen Subjektivität sind, können wir uns nicht vorstellen. Die Dinge an sich oder, wie man sie auch nennen kann: die „transzendentalen Gegenstände“, sind nach Kant vollkommen unerkennbar. Insbesondere könne man nicht wissen, ob sie räumlich oder zeitlich sind, und auch die Kategorien könne man nicht auf sie anwenden.
Nun schreibt Kant, dass es die Sinnlichkeit ist, durch die dem Menschen die realen Gegenstände gegeben sind. Die realen Gegenstände würden unsere Sinnesorgane affizieren. Die Sinnlichkeit sei bloße Rezeptivität. Kant lässt dabei allerdings offen, ob er mit den affizierenden Gegenständen die Dinge an sich oder die empirischen Dinge der Erscheinungswelt meint. Jacobi kritisiert nun, dass diese Unklarheit Kants zu einem unlösbaren Dilemma führt.
Erster Fall: Die Dinge an sich affizieren die menschlichen Sinnesorgane.
Dann stünden die Dinge an sich zu den Sinnesorganen in einem Ursache-Wirkungs-Verhältnis. Dass ich diesen Tisch als rechteckig, und nicht rund, wahrnehme, müsste durch den Tisch, wie er an sich unabhängig von mir, verursacht werden. Auf diese Weise wäre der Bezug meiner Sinneswahrnehmung zu einer Realität an sich zu gegeben. Dann wäre aber Kants Aussage, dass die Dinge an sich völlig unerkennbar sind, sowie außerhalb jeglichen Kausalitätsverhältnis stehen, nicht mehr haltbar.
Zweiter Fall: Nicht die Dinge an sich affizieren die menschlichen Sinnesorgane, sondern die empirischen Gegenstände der Erscheinungswelt.
Durch die Sinneswahrnehmung B soll dem erkennenden Subjekt der empirische Gegenstand A gegeben sein, indem sich das Subjekt bloß passiv-rezeptiv verhält. A soll also die Ursache der Sinneswahrnehmung B im passiv-rezeptiven Subjekt sein. Z.B. soll der wahrgenommene Tisch in mir unter anderem die Sehwahrnehmung „eckig“ bewirken.
Andererseits behauptet Kant, dass ein Gegenstand der Erscheinungswelt, eben z.B. dieser Tisch, kein Ding an sich ist, sondern eine synthetische Einheit verschiedener sinnlich wahrnehmbarer Eigenschaften, die durch die produktive Einbildungskraft des erkennenden Subjekts aktiv erzeugt wird. Der Tisch ist also nur deswegen ein Tisch, weil mein Verstand auf unbewusste, aber aktive Weise eine Reihe von sinnlich wahrnehmbaren Eigenschaften, unter anderem die Eckigkeit, gemäß der Kategorie der Substanzialität zu einem Gegenstand vereinigt.
Damit beißt sich aber die Katze in den Schwanz. Das erkennende Subjekt soll eine Sinneswahrnehmung B passiv erhalten durch einen Gegenstand A, den es selbst, unter anderem auf der Grundlage dieser Sinneswahrnehmung B aktiv hervorgebracht hat. So betrachtet, klingt Kants Theorie sehr ungereimt.
Fazit
Zusammenfassend diagnostiziert Jacobi ein fundamentales Dilemma, in dem Kants Philosophie steckt. Entweder muss Kant a) annehmen, dass die Dinge an sich die Sinneswahrnehmungen im Ich erzeugen. Dann müsste aber eine Erkenntnis der Dinge an sich möglich sein. Kant wäre damit Realist. Oder Kant beharrt b) darauf Idealist zu sein und nimmt an, dass die Dinge der Erscheinungswelt die Sinneswahrnehmungen im Ich erzeugen. Dann kann das Ich diese Sinneseindrücke aber nicht passiv-rezeptiv erhalten, weil die Dinge der Erscheinungswelt vom Ich gemäß Kants eigener idealistischer Theorie aktiv geschaffen werden.
Da sich im Fall a) Kant von seiner Grundidee einer „Kopernikanischen Wende“, die Wirklichkeit aus der Beschaffenheit der Subjektivität zu erklären, verabschieden müsste, bleibt ihm nur der Fall b). Um die Widersprüchlichkeit des Fall b) zu heilen, so behauptet Jacobi, müsste Kant die Behauptung fallen lassen, dass die Sinneswahrnehmung passiv im Ich erzeugt wird. Jacobi schreibt:
„[…] der Kantische Philosoph [verläßt] den Geist seines Systems ganz, wenn er von den Gegenständen sagt, daß sie Eindrücke auf die Sinne machen, dadurch Empfindungen erregen, und auf diese Weise Vorstellungen zu Wege bringen: denn nach dem Kantischen Lehrbegriff kann der empirische Gegenstand, der immer nur Erscheinung ist, nicht ausser uns vorhanden, und noch etwas anders als eine Vorstellung seyn […].“[9]
Dann wäre die Konsequenz, dass die gesamte Erscheinungswelt das letztlich aktive Werk der Einbildungskraft ist. In diesem Sinne schreibt Jacobi:
„Der transcendentale Idealist muss den Muth haben, den kräftigsten Idealismus, der je gelehrt worden ist, zu behaupten, und selbst vor dem Vorwurfe des speculativen Egoismus sich nicht zu fürchten […].“[10]
Wenn aber alles nur durch das Ich erzeugt wird, ohne jeglichen Bezug zu einer an sich bestehenden Realität, dann kann es nach Jacobi auch kein Wissen im eigentlichen Sinne geben. Alles wäre nur haltloser Schein und wir befänden uns in einer „durchgängigen absoluten Unwissenheit“. An anderer Stelle formuliert Jacobi die Konsequenz, die ein Kantianer eigentlich ziehen müsste, noch deutlicher[11]:
„Ich bin alles, und außer mir ist im eigentlichen Verstande Nichts. Und Ich, mein Alles, bin denn am Ende doch auch nur ein leeres Blendwerk von Etwas; die Form einer Form; gerade so ein Gespenst, wie die andern Erscheinungen die ich Dinge nenne, wie die ganze Natur, ihre Ordnung und ihre Gesetze.“
Tatsächlich wird Fichte später genau diese Schlussfolgerung ziehen, indem er einen „sepcualtiven Egoismus“ entwirft, und er wird behaupten damit die Kantische Philosophie zu vollenden.
[1] DH 32 f.
[2] DH 37
[3] DH 38
[4] DH 60
[5] DH 52
[6] DH 53 und 55
[7] DH 67
[8] DH 84
[9] DH 108
[10] DH 112
[11][11] DH 61

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