Berkeley: Abhandlung über die menschliche Erkenntnis
Im Gegensatz zu seiner ersten Veröffentlichung war Berkleys zweites Buch über die menschliche Erkenntnis ein Misserfolg.
Arend Kuhlenkampff schreibt in seiner Einleitung zu diesem Werk:
„Unter den bedeutenden Philosophen neuerer Zeit ist Berkeley derjenige, dessen Lehre mit geradezu stupender Beharrlichkeit als Provokation, ja als Verhöhnung der gemeinen Menschenvernunft aufgefaßt und gebrandmarkt wurde.“ [1]
Beispielsweise hat Diderot Berkeleys Idealismus als „närrisches System“ bezeichnet, das „zur Schande des menschlichen Geistes und der Philosophie“ schwer zu widerlegen ist[2]. Immerhin vertritt Berkeley ausdrücklich die Auffassung, dass etwas genau so lange existiert, wie es wahrgenommen wird. Sehe ich den Apfel vor mir an, dann existiert er. Schau ich weg und sieht auch sonst niemand den Apfel, dann existiert er nicht. Sehe ich wieder hin, und mit einem Mal existiert er wieder. Natürlich muss das dem gesunden Menschenverstand absurd erscheinen. Aber nicht nur das. Berkeley leugnet vollständig die Existenz einer materiellen Außenwelt. Materie sei ein bloßes Hirngespinst. Tatsächlich sei alles, was ich für die Wirklichkeit halte, nur eine gut zusammenpassende Folge von Ideen, die nur in meinem Geiste existiert. Wer will das nicht für eine extreme philosophische Position halten?
Der Glaube an eine materielle Außenwelt ist in sich widersprüchlich
Verständlich wird Berkeley vor dem Hintergrund der Philosophie Descartes‘. Descartes begann mit dem methodischen Zweifeln und kam zu dem Ergebnis, dass alles, was ich normalerweise für existent halte, d.h. die ganze materielle Welt, möglicherweise nicht existiert, und dass alleine meine Bewusstseinserlebnisse wahrhaft gewiss sind. Bereits Descartes selbst, dann aber vor allem Locke, hat die subjektiven Bewusstseinserlebnisse „Ideen“ genannt. Ob der Apfel, den ich wahrnehme, tatsächlich existiert, ist nicht sicher, ich könnte ja auch träumen. Dass ich aber gerade den Eindruck habe, einen Apfel wahrzunehmen, daran kann ich nicht zweifeln. Anders formuliert: Die Idee des Apfels, die mir gerade gegenwärtig ist, ist unzweifelhaft gewiss.
Allerdings rettet Descartes die materielle Wirklichkeit wieder. Und zwar in drei Schritten. Erstens beweist er die Existenz Gottes. Zweitens, so argumentiert er, sei Gott der Garant dafür, dass alles, was mir klar und deutlich ist, tatsächlich auch so ist. Ansonsten wäre Gott ein Betrüger, was nach Descartes unmöglich ist. Drittens meint Descartes, dass zwar vieles bei der sinnlichen Wahrnehmung unklar und undeutlich sei, z.B. der Geschmack des Apfels, die geometrischen Eigenschaften der Dinge allerdings hochgradig klar und deutlich seien. Also könne ich mir dessen gewiss sein, dass die geometrischen Eigenschaften der materiellen Dinge tatsächlich so sind, wie ich sie wahrnehme. Dabei war es für Descartes selbstverständlich, dass die materiellen Dinge in ihrer räumlichen Gestalt existieren, unabhängig davon, ob irgendwer sie wahrnimmt oder nicht.
Es ist leicht einsehbar, dass Descartes‘ Rehabilitation der materiellen Außenwelt auf wackligen Beinen steht. Jedenfalls lässt sich Berkeley nicht davon überzeugen. Vor allem aber stört er sich an der Vorstellung, die materiellen Dinge würden unabhängig von einem erkennenden Subjekt existieren. Stattdessen hält er eine solche, an sich existierende materielle Außenwelt, nicht nur für fragwürdig, so wie es Descartes am Anfang seines Zweifelns tut, sondern sogar für logisch unmöglich. Berkeley schreibt:
„In der Tat […] herrscht unter den Menschen befremdlicherweise die Meinung vor, daß Häuser, Berge, Flüsse, kurz: alles Sinnesobjekte ein vom Wahrgenommenwerden durch den Verstand verschiedenes natürliches oder reales Dasein besitzen. Mag dieses Prinzip auch mit noch so empathischer und allgemeiner Zustimmung verfochten werden, so wird doch […] ein jeder, der den Mut aufbringt, es in Zweifel zu ziehen, feststellen, daß es einen offenkundigen Widerspruch einschließt. Denn was sind die erwähnten Gegenstände anders als Dinge, die wir mit den Sinnen wahrnehmen, und was nehmen wir wahr außer unseren eigenen Ideen oder Sinnesempfindungen; und ist es nicht klarerweise ein Widerspruch in sich, daß irgendeine solche oder eine Verbindung von ihnen unwahrgenommen existiert?“[3]
Ferner:
„Ihr braucht nur in eure eigenen Gedanken zu blicken und zu prüfen, ob ihr es für denkmöglich halten könnt, daß ein Ton, eine Gestalt, eine Farbe außerhalb des Geistes oder unwahrgenommen existiert. Dieser einfache Versuch sollte euch vor Augen führen daß das, wofür ihr streitet, eklatant widersprüchlich ist.“[4]
Am Ende des cartesischen Zweifel steht die Erkenntnis, dass ich mir nicht sicher sein kann, ob das wahrgenommene Ding wirklich existiert, stattdessen ist mir nur die Wahrnehmung als solche wahrhaft gewiss. Für solche Wahrnehmungen, wie z.B. das Sehen einer Farbe, das sehen einer Linie, das Spüren von Härte, das Hören eines Geräusches, verwendet Berkeley auch (in der Nachfolge von John Locke) die Bezeichnung „Ideen“. Somit sind es alleine unsere subjektiven Ideen, die e wirklich unzweifelhaft wissen.
Von dieser Erkenntnis Descartes‘ ausgehend, schließt Berkeley wie folgt: Mache ich mir klar, dass mir die materiellen Dinge ausschließlich durch die Ideen gegeben sind, und zwar durch nichts anderes, dann ist es absurd anzunehmen, die Dinge könnten ohne Ideen sein. Anders formuliert: Sind mir die materiellen Dinge ausschließlich dadurch gegeben, dass ich sie wahrnehme, ist es paradox, ihnen ein Sein unabhängig vom Wahrgenommenwerden zuschreiben zu wollen. So führt Descartes‘ Zweifle-an-Allem-Gedankenexperiment nach Berkeley letztlich zu der Einsicht, dass das Sein der Dinge gleich deren Wahrgenommenwerden ist: esse est percipi.
Zweitens kritisiert Berkeley an der cartesischen Beweisführung, dass es keinen Hinweis dafür gibt, dass geometrische Eigenschaften im Vergleich zu anderen Wahrnehmungen eine Sonderstellung einnehmen. Descartes meinte, dass die räumliche Gestalt eines Dinges so klar und deutlich sei, dass auch das Ding so gestaltet sein müsse, unabhängig davon, ob es wahrgenommen wird oder nicht. Würde ich die geometrischen Eigenschaften eines materiellen Dinges erkennen, dann würde ich es so erkennen, wie es an sich ist. Berkeley aber nimmt Kants Dictum vorweg: Das Ding an sich ist unerkennbar.
Berkeley argumentiert wie folgt. Wenn ich den Geruch z.B. eines Apfels wahrnehme, dann kommt kein Mensch auf den Gedanken, dass dieser Geruch unabhängig von meinem Geruchssinn existieren könne. Würde mir dieser Sinn fehlen, dann würde ich auch nichts riechen. Offensichtlich ist der Geruch wesentlich von meiner subjektiven Wahrnehmungsfähigkeit abhängig. Dasselbe gilt fürs Schmecken. Dasselbe gilt fürs Tasten. Dasselbe gilt fürs Hören. Warum, so fragt Berkeley, sollte es beim Sehen geometrischer Eigenschaften anders sein? Ist es nicht paradox anzunehmen, dass die Geruchs-, Geschmacks-, Tast- und Hörwahrnehmung subjektiv ist, nicht aber das Sehen
Drittens behauptet Berkeley, dass der Materiebegriff in sich widersprüchlich ist. Hier muss man anmerken, dass er sich darauf bezieht, wie zu seiner Zeit einigen Gelehrten die Materie verstanden, nämlich als unendlich teilbar[5]. Hier ein Zitat aus Descartes‘ Principia Philosophiae:
„Hieraus ergibt sich die Teilung der Materie in tatsächlich unbegrenzt viele Partikel, obwohl diese Partikel für uns unverständlich sind.
Es ist einzugestehen, daß […] etwas erforderlich ist, was unser Geist zwar als wahr erfaßt, obwohl er nicht begreift, auf welche Weise es geschehen kann, nämlich die unendliche bzw. unbegrenzte Teilung irgendwelcher Partikel der Materie, und zwar in so viele Teile, daß wir durch Denken keines als so klein bestimmen können, ohne einzusehen, daß es tatsächlich nicht in andere noch kleinere geteilt ist.“
Descartes meint zwar, dass man annehmen müssen, die Materie sei in unbegrenzt viele Partikel geteilt, gibt aber zugleich zu, dass diese Annahme nicht logisch nachvollziehbar ist.
Hat man beispielsweise einen Quader Marmor, dann müsste er aus unendlich vielen materiellen Teilchen bestehen. Solche Teilchen müssten wahrnehmbar sein, wenn unsere Sinne nur scharf genug wären. Dann hätten sie aber eine bestimmte Mindestausdehnung, denn ein vollkommen ausdehnungsloser, geometrischer Punkt ist nicht wahrnehmbar. Wie klein aber immer diese Mindestausdehnung ist, multipliziert man sie mit Unendlich ergibt sich eine unendliche Länge. Daraus folgt aber, dass das begrenzte Stück Marmor eine unbegrenzte Ausdehnung haben müsste, was ein Widerspruch ist[6].
Das erkennende Ich existiert auf andere Weise als die Ideen
Berkeley zweifelt nicht nur an der Existenz einer materiellen Außenwelt, er hält sie für logisch unmöglich. Alleine konkreten Bewusstseinserlebnisse bzw. wahrgenommene Ideen sind, und das nur für ein erkennendes Subjekt. Also bin auch ich selbst, der wahrnimmt bzw. die Ideen erkennt. Cogito ergo sum. Allerdings meint Berkeley, dass ich selbst auf eine andere Weise existiere als die Ideen. Bei den Ideen ist Sein gleich Wahrgenommenwerden. Das eigene Ich könne aber nicht wahrgenommen werden. Nach Berkeley ist eine Idee des Ichs unmöglich, weil eine Idee das ist, was passiv wahrgenommen wird, das Ich aber das aktive erkennende Subjekt ist. Wäre das erkennende Subjekt wahrnehmbar, dann nur als passive Idee, das würde aber dem aktiven Wesen des Ichs widersprechen.
Gottesbeweis
Es mag einem paradox erscheinen, aber Berkeley leugnet einerseits die unabhängige Existenz der materiellen Außenwelt, glaubt aber andererseits einen Beweis für die Existenz Gottes zu haben. Und zwar tut er das in vier Schritten.
(1) Von mir willkürlich erzeugte Ideen versus den Ideen, die durch sinnliche Wahrnehmung gegeben sind
Das Ich kann nicht nur gegebene Ideen wahrnehmen, sondern auch eigene Ideen hervorbringen. Insofern setzt sich das Ich nach Berkeley aus dem Ideen erkennenden Verstand und dem Ideen hervorbringenden Willen zusammen. Allerdings meint Berkeley, dass sich die Ideen unterscheiden, je nachdem ob ich sie a) selbst erzeugt habe oder ob sie mir b) durch eine konkrete sinnliche Wahrnehmung gegeben sind.
a) Durch die eigene Einbildungskraft erzeugte Ideen.
Diese Ideen kann ich willkürlich verursachen:
„Ich brauche nur zu wollen, und schon taucht diese oder jene Idee in meiner Phantasie auf.“[7]
Die Ideen, die ich selbst hervorrufe, sind zumeist nur schwach, unbestimmt und wenig lebendig. Vor allem aber zeichnen sie sich durch ihre mangelnde Kohärenz mit anderen Ideen aus. Ich phantasiere mir einen rosa Elefanten, aber so plötzlich, wie mir dieses Bild gekommen ist, ist es auch wieder verschwunden, und es passt auch in keiner Weise zu den Wahrnehmungen, die ich zuvor, währenddessen und danach hatte.
b) Durch konkrete sinnliche Wahrnehmung gegebene Ideen
Das geistige Ich kann also Ideen sowohl erkennen als auch verursachen.
Im Gegensatz zu den Ideen, die ich mir als Phantasiegebilde vorstelle, entziehen sich Ideen, die ich als gegeben wahrnehme, meiner subjektiven Willkür:
„Wenn ich am hellichten Tag die Augen öffne, so liegt es nicht in meiner Macht zu entscheiden, ob ich sie sehen werde oder nicht […].“ (P § 29)
Diese Ideen sind mir gegeben, sie sind nicht von mir beeinflussbar. Außerdem sind sie „kräftiger, lebhafter und bestimmter“. Aber der wichtigste Unterschied ist folgender:
„[Den Ideen der Sinne eignet] eine gewisse Beständigkeit, Ordnung und Kohärenz; sie werden nicht blindlings hervorgerufen wie so oft diejenigen, welche das Ergebnis menschlicher Willenstätigkeit sind, sondern in geregelter Folge oder in Reihen, deren bewundernswürdiges Zusammenspiel Weisheit und Wohlwollen ihres Urhebers hinlänglich bezeugt.“
Die durch sinnliche Wahrnehmung gegebenen Ideen passen zu der Vielzahl meiner anderen Wahrnehmungen. Ich sehe ein Pferd in meinem Garten grasen, das ist zwar merkwürdig, aber ich zuvor bereits Hufgeklapper und Wiehern gehört, dann sah ich es in meinen Garten hineinlaufen; ich sehe und höre es in einer kohärenten Abfolge von Wahrnehmungen; außerdem kann ich zu ihm hingehen und es berühren; schließlich sehe und höre ich, wie es wieder wegläuft. Alles passt zusammen, alles ist kohärent und bildet eine geregelte, sinnvolle Reihenfolge von Wahrnehmungen. Allgemein gesprochen ist die sinnliche Wahrnehmung eingebettet in „strikte Regeln und feste Verfahrensweisen“, die man auch „Naturgesetze“ nennen kann.
(2) Die sinnlichen Ideen können nicht durch materielle Dinge verursacht werden
Nun bin ich mir dessen bewusst, dass ich solche sinnlichen Ideen, die einerseits stark und lebendig andererseits kohärent zu allen anderen Ideen passen, nicht selbst willentlich erzeugt habe. Sie können aber auch nicht durch materielle Dinge erzeugt worden sein, wie die allermeisten Menschen es normalerweise annehmen. Denn eine solche Annahme von unabhängig existierenden, materiellen Dingen ist, wie Berkeley glaubt bewiesen zu haben, logisch unmöglich.
(3) Die sinnlichen Ideen können auch nicht durch andere Ideen verursacht werden
Es kann aber auch nicht eine Idee eine andere Idee verursachen, denn Ideen sind nur passiv und in keiner Weise aktiv.
(4) Die sinnlichen Ideen müssen folglich von einem göttlichen Wesen verursacht werden
Also bleibt nur, dass ein anderer Geist, der von mir verschieden ist, diese Ideen verursacht hat. Und zwar tut er das einerseits ganz ähnlich wie ich selbst willentlich Ideen erzeuge. Andererseits tut er es mit einer solchen Stärke, Lebendigkeit und Kohärenz, dass es sich um ein göttliches Wesen handeln muss. Die gesamte empirische Wirklichkeit ist nach Berkeley ein „in sich einstimmiges, gleichförmiges Wirken“, das offenkundig „die Güte und Weisheit“ Gottes bezeugt. (P § 32)
Dabei ist zu beachten, dass nach Berkeley, wie gesagt, der Geist selbst nicht wahrnehmbar ist, weil das seinem aktiven Wesen widersprechen würde. Vielmehr behauptet er, dass der Geist nur durch die von ihm hervorgebrachten Wirkungen wahrgenommen werden kann (P § 27). So ist die ganz Natur mit ihren Gesetzen, ihren Regelmäßigkeiten und ihrer Ordnung ein monumentales Zeugnis der Existenz Gottes.
Offenbar beruht Berkeleys Gottesbeweis ganz wesentlich darauf, vorher „bewiesen“ zu haben, dass die äußere materielle Welt nicht existieren kann.
Conclusio
Bezogen auf den Dualismus Descartes‘, der Aufteilung des Seienden in a) materielle, ausgedehnte Dinge (res extensae) und b) immaterielle, denkende Dinge (res cogitantes), bleiben bei Berkeley nur noch die denkenden Dinge, die er auch „Geister“ oder „Geistwesen“ nennt. Die Annahme, dass materielle Dinge unabhängig davon existieren können, ob sie von einem Geistwesen wahrgenommen werden, hält Berkeley für in sich widersprüchlich. Das, was uns als die empirische Wirklichkeit erscheint, sind Ideen, die das göttliche Geistwesen willentlich bewirkt. Die Weisheit und Güte Gottes ist daran erkennbar, dass er die empirische Welt schön geordnet und alles nach Naturgesetzen geschehen lässt.
Ansatzweise rechtfertigt damit Berkeley so etwas wie eine objektive, oder zumindest intersubjektive Wirklichkeit. Der eine Gott verschafft den vielen menschlichen Geisteswesen Ideen, die miteinander harmonieren und allgemeinen Naturgesetzen genügen. Tatsächlich ist es nicht Berkeleys Ansinnen, eine wie auch immer geartete materielle Wirklichkeit zu begründen, um so der Wissenschaft ein solides Fundament zu geben. Sein Hauptziel ist vielmehr ein theologisches. Berkeley will mit seiner Philosophie den christlichen Glauben stärken und Gott lobpreisen. In diesem Sinne schreibt Berkeley am Ende seiner Prinzipien über die menschliche Erkenntnis:
„Die klare Erkenntnis dieser großen Wahrheiten muß notwendig in unseren Herzen jene ehrfürchtige Behutsamkeit und fromme Furcht wachrufen, die den stärksten Anreiz zu Tugend und den besten Schutz gegen Laster bilden.
Denn unser vornehmstes Erkenntnisziel kann doch zuletzt nichts anderes sein als die Betrachtung Gottes und die Besinnung auf unsere Pflicht. Dies beides zu befördern, war Hauptantrieb und Zweck meiner Bemühungen.“[8]
David Hume ist zwar in vielerlei Hinsicht durch Berkeley inspiriert. Aber seiner drastischen Behauptung, die materielle Welt könne definitiv nicht existieren, kann Hume nicht folgen. Hume wird sich vielmehr auf die skeptische Position zurückziehen, dass man sich letztlich kein Urteil erlauben darf, ob die materielle Wirklichkeit existiert oder nicht.
[1] Kuhlenkampff, A: Einleitung, in: George Berkeley: Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis, Philosophische Bibliothek, Meiner Verlag, 2004.
[2] Diderot, D.: Brief über die Blinden (1749).
[3] P § 4.
[4] P § 22.
[5] Siehe z.B. Galilei: Discorsi, Erstes Kapitel, Felix Meiner Verlag, 2015, S. 55. Oder Hobbes: Elemente der Philosophie – Der Körper. Oder Descartes: Principia Philosophiae, II, 34.
[6] P § 47.
[7] P § 28.
[8] P §§ 155-156.

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