STI – Abgrenzung der Transzendentalphilosophie von der Naturphilosophie
Schellings System des transzendentalen Idealismus (STI) beginnt damit zu erklären, dass es prinzipiell zwei „Grundwissenschaften der Philosophie“ geben würde.
So schreibt er [1]:
- Die Naturwissenschaft oder Naturphilosophie beginnt mit dem Objektiven und endet mit dem Subjektiven bzw. dem Bewusstsein.
- Die Transzendentalphilosophie beginnt mit dem Subjektiven (dem Bewusstsein) und endet mit dem Objektiven.
Demnach sind Naturphilosophie und Transzendentalphilosophie zwar zwei verschiedene, aber dennoch komplementäre Wissenschaften.
Was die Transzendentalphilosophie betrifft, stellt Schelling einen klaren Bezug zu Descartes her, indem er schreibt:
„[Die Transzendentalphilosophie] beginnt nothwendig mit dem allgemeinen Zweifel an der Realität des Objektiven“[2]
Und Schelling setzt fort, dass es nichts unmittelbar Gewisses gäbe als den Satz: Ich bin.
Es sei die Aufgabe der Transzendentalphilosophie zu zeigen, dass mit der unmittelbaren Gewissheit des „Ich bin“ zugleich notwendig das „Grundvorurtheil“ gegeben ist, dass es Dinge außer und gebe.
Normalerweise fließen die beiden Überzeugungen, a) Ich bin und b) dass es Dinge außer mir gibt unwillkürlich zusammen. Das ist die natürliche Betrachtungsweise. Die Transzendentalphilosophie hingegen nimmt eine künstliche Betrachtungsweise ein und löst diesen unwillkürlichen Zusammenhang auf.
Der Transzendentalphilosoph macht das Subjektive zur ursprünglichen Realität.
„Im gemeinen Denken [ist] ein Mechanismus, in welchem Begriffe herrschen, aber ohne als Begriffe unterschieden zu werden; indeß das transzendentale Denken jenen Mechanismus unterbricht, und, indem es des Begriffs als Akts sich bewußt wird, zum Begriff des Begriffs sich erhebt.“[3]
Der Philosoph praktiziert ein „Selbstanschauen im Handeln“.
[1] Schelling I/3 340 f.
[2] Schelling I/3 343.
[3] I/3 345.

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