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Gliederung der Kritik der reinen Vernunft

23. Dezember 2025/0 Kommentare/in III. Das cartesische Projekt, III.06 Kant/von peterreins

Die KrV besteht aus zwei Hauptteilen:

I. Transzendentale Elementarlehre: Lehre von den Elementen der reinen Vernunft

II. Transzendentale Methodenlehre

Kants Erkenntnistheorie wird in dem ersten Hauptteil behandelt, der folgende Gliederung hat:

1. Transzendentale Ästhetik: Untersuchung der sinnlichen Wahrnehmung

Ergebnis: Raum und Zeit sind reine Anschauungsformen a priori der Sinnlichkeit

2. Transzendentale Logik

2.1. Transzendentale Analytik: Analyse des Erkenntnisvermögens

2.1.1. Analytik der Begriffe (Lehre vom „transzendentaler Verstand“)

  • Lehre von den 12 Verstandesbegriffen (Kategorien), wie z.B. Substanz, Kausalität, Wechselwirkung, etc.
  • Transzendentale Deduktion:

2.1.2. Analytik der Grundsätze (Lehre von der „transzendentalen Urteilskraft“)

a) Oberster Grundsatz der analytischen Urteile: der Satz vom Widerspruch.

b) Systematische Vorstellung aller synthetischen Grundsätze des reinen Verstandes

i) Prinzip der extensiven Größen: Alle Anschauungen sind extensive Größen.

Daraus folgen alle Axiome der Geometrie und der Arithmetik

ii) Prinzip der intensiven Gößen: In allen Erscheinungen hat das Reale, was ein Gegenstand der Empfindung ist, intensive Größe, d.h. einen Grad.

Damit ist gemeint: Alles was wir wahrnehmen, hat ein mehr oder minder an Intensität. Das Licht kann mehr oder weniger hell sein. Temperatur mehr oder weniger warm, Töne können mehr oder weniger laut sein.

iii) Analogien der Erfahrung

  • Grundsatz der Substanz: Bei allem Wechsel der Erscheinungen (Akzidenzien) beharrt die Substanz, und das Quantum derselben wird in der Natur weder vermehrt noch vermindert.
  • Grundsatz der Kausalität: Alle Veränderungen geschehen nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung nach einer Regel.
  • Grundsatz der Wechselwirkung: Alle Substanzen, sofern sie im Raum als zugleich wahrgenommen werden können, sind in durchgängiger Wechselwirkung.
  1. iv) Postulate des empirischen Denkens überhaupt
  • Was mit den formalen Bedingungen der Erfahrung übereinstimmt, ist möglich.
  • Was mit den materialen Bedingungen der Erfahrung zusammenhängt, ist wirklich.
  • Dessen Zusammenhang mit dem Wirklichen nach allgemeinen Bedingungn der Erfahrungen bestimmt ist, ist notwendig.

2.2. Transzendentale Dialektik (Lehre von der „transzendentalen Vernunft“)

  1. i) Paralogismus der Vernunft: Das erkennende Subjekt ist eine Substanz.
  2. ii) die Antinomien der Vernunft. Folgende Thesen und Antithesen sind gleichermaßen beweisbar:
  3. Antinomie
  • Thesis: Die Welt hat einen Anfang in der Zeit und ist dem Raum nach in Grenzen abgeschlossen
  • Antithesis: Die Welt hat keinen Anfang und keine Grenzen im Raum, sondern ist sowohl zeitlich, als auch räumlich unendlich.
  1. Antinomie
  • Thesis: Jede zusammengesetzte Substanz besteht aus einfachen Teilen
  • Antithesis: Keine Substanz beseht aus einfachen Teilen, sondern ist unendlich teilbar.
  1. Antinomie
  • Thesis: In der Welt gibt es Freiheit
  • Antithesis: In der Welt gibt es keine Freiheit, alles geschieht deterministisch.

iii) Das Ideal der reinen Vernunft. Hier beschäftigt sich Kant mit Gott und Gottesbeweisen.

  • Unmöglichkeit des ontologischen Gottesbeweises,
  • Unmöglichkeit des kosmologischen Gottesbeweises,
  • Unmöglichkeit des physikotheologischen Gottesbeweises.
0 0 peterreins peterreins2025-12-23 13:26:172026-03-03 21:17:59Gliederung der Kritik der reinen Vernunft
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