STI – Methodologische Nachbemerkung
Schelling hat gefordert, dass der Transzendental-Philosoph beständig die intellektuelle Anschauung aufrecht erhalten muss.
Tatsächlich kann man Schellings Transzendentalphilosophie als Abfolge verschiedener Variationen des „ich denke, dass ich denke“ bzw. des „Ich denkt: Ich“ verstehen. Das philosophische Ich-Subjekt macht sich das Ich zum Objekt und sieht zu, sich das Ich-Objekt nach und nach entwickelt. So wird die Transzendentalphilosophie zu einer „fortgehenden Geschichte des Selbstbewußtseyns“ bzw. zu einer „Stufenfolge von Anschauungen“[1]. Alleine die Tatsache, dass Schelling im Fortgang seiner Transzendentalphilosophie ständig in der intellektuellen Anschauung bzw. Variationen davon bleibt, garantiert, so meint Schelling, die Wahrheit seines Systems. Man müsse es nicht an empirischen Fakten messen, noch sei seine Philosophie logisch-analytisch deduziert. Stattdessen soll sie konstruiert sein, so wie geometrische Theoreme konstruiert sind. Und so wie die Wahrheit der Geometrie auf der räumlichen Anschauung beruhen würde, würde die Wahrheit der Transzendentalphilosophie alleine auf der intellektuellen Anschauung beruhen.
Allerdings hat Schellings Bezug auf die intellektuelle Anschauung auch eine irrationale Komponente, wie ich im nächsten Beitrag ausführen werde.
[1] I/3, 331.

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